
Wer ist Ellen Kooi?
Die niederländische Fotografin Ellen Kooi wurde 1962 in Leeuwarden in den Niederlanden geboren, studierte an der Kunstakademie ABK Minerva in Groningen in den Niederlanden und absolvierte ihr Postgraduiertenstudium in Kunst an der Rijksacademy in Amsterdam. Ellen Koois Fotografie untersucht eine facettenreiche Konfrontation zwischen Mensch und Natur, zwischen jedem Menschen und seiner Umgebung, eine komplexe und widersprüchliche Beziehung, die heute wie nie zuvor neu definiert wird und reif für eine Neuerfindung ist. Die Planung seiner Bilder erfordert ein Maß an Arbeit und Talent, das die Inszenierung seiner Werke zu einem Akt der Virtuosität macht. Natürliches Licht wird mit künstlichem Licht in einer Neuinterpretation der Renaissance-Luftperspektive kombiniert, die beeindruckende Ergebnisse liefert.
Was sind die Merkmale der Fotografien von Ellen Kooi?
Stundenlange Kontrolle über Beleuchtung und Motivarrangements fließen in jedes Foto ein. Ellen Koois großformatige Panoramafotografien fordern uns heraus, die Welt als dramatische Erzählung zu sehen. Jedes Bild sieht aus, als wäre es mitten in einem dunklen Märchen aufgenommen worden, das auf dem holländischen Land spielt. Der Künstler möchte, dass der Betrachter die Grenze zwischen Fantasie und Realität sucht. Eine unheimliche Unruhe webt einen charakteristischen Faden durch den nicht-linearen Erzählstil seines größeren Oeuvres.
Auf den ersten Blick scheinen die Menschen, die diese Landschaftspanoramen bewohnen (meist Niederländer), ihrer Umgebung ausgeliefert zu sein. Aber wenn wir uns diese Bilder genauer ansehen, sehen wir eine komplexere Beziehung, da die Landschaft fast auf ihre Bewohner reagiert. Die Naturschauspiele, die wir sehen, spiegeln symbolisch die innere Zerrissenheit oder gar das Glück dieser Menschen wider. Vergleichbar mit psychologischen Porträts des 19. Jahrhunderts versucht Ellen Koooi uns von Mythen, zufälligen Begegnungen und unserem Verhältnis zur Außenwelt zu erzählen. In Anbetracht dessen beschäftigen sich seine Arbeiten jedoch ebenso mit der Landschaft wie mit der Person. Indem sie enge Verbindungen zwischen etablierten Themen in unserem visuellen Gedächtnis der Geschichte herstellt, aber nie einen Schwerpunkt wählt, sind Ellen Koois Arbeiten spannend und schwer zu identifizieren.
Welche Einflüsse hat Ellen Kooi?
Der Einfluss der Choreografien von Wim Vandekeybus, Jan Fabre und Pina Bausch ist grundlegend in seiner Arbeit, indem er Modelle verwendet, um Kalligrafie zu schaffen, die den Körper und die psychischen Zustände hoch mit Emotionen nutzt. Seine architektonische Herangehensweise an Komposition und Perspektive spielt auch bei Aufnahmen leerer und öder Außenszenen eine bedeutende Rolle.
Ellens Neuerfindung des traditionellen Genres „Figur in der Landschaft“ ist mehr als nur eine Neuinterpretation oder Neuinterpretation alter flämischer Meister wie Vermeer, Brueghel, Patinir oder Bosch, sie kommt aus dem Nichts, aus dem Alltag. Seine Bilder sind instabil und voller versteckter Fragen, die uns ein inneres Pulsieren, eine Sensation spüren lassen.
Ellen Kooi Ausstellungen
Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter zuletzt 2010 im Institut Néerlandais, Paris, Frankreich. Seine Arbeiten wurden auch im The Fields Sculpture Park im Omni International Arts Center in Ghent, New York; Museum für Zeitgenössische Kunst von Kastilien und León, in Spanien; das Moskauer Haus der Fotografie, Russland; Speed Art Museum in Louisville, Kentucky; und das Fotografiemuseum in Den Haag, Holland. Seine Arbeiten sind Teil der öffentlichen Sammlungen nationaler und internationaler Institutionen wie dem Museo de Arte Contemporaneo de Castilla Y Leon; 21c-Museum in Louisville, Kentucky; die französische Staatssammlung in Paris; die Marsh Collection in London; das niederländische Außenministerium in den Niederlanden und viele andere. 2013 wurde ihre Arbeit in OFF-SPRING: New Generations gezeigt, einer Gruppenausstellung im 21c Museum, Cincinnati, Ohio. Ellen Kooi lebt und arbeitet derzeit in den Niederlanden und stellt seit 2007 in der Catharine Clark Gallery aus.